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Falklandinseln
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Die Falklandinseln (englisch Falkland Islands), auch Malwinen (französisch Ăles Malouines, spanisch Islas Malvinas), sind eine Inselgruppe im sĂŒdlichen Atlantik. Sie gehören geographisch zu SĂŒdamerika und liegen 395 kmcite-ref-2[2] östlich von SĂŒdargentinien und Feuerland. Die Falklandinseln sind ein britisches Ăberseegebiet mit innerer Autonomie. Das Vereinigte Königreich ĂŒbernimmt Verteidigung und AuĂenpolitik. Seit 1833 werden sie von Argentinien beansprucht. 1982 fĂŒhrte die Auseinandersetzung zum Falklandkrieg zwischen dem Vereinigten Königreich und Argentinien.
Contents
âą Geologie
âą Geographie
âą Flora und Fauna
âą Klima
âą Geschichte
⹠Bevölkerung
âą Einwanderung
âą Sprache
âą Religion
âą Kultur
âą Politik
⹠MilitÀr
âą Wirtschaft
âą Infrastruktur
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geologie
Die Falklandinseln waren vor etwa 400 Millionen Jahren Teil des Urkontinents Gondwana. UrsprĂŒnglich vor der heutigen WestkĂŒste SĂŒdafrikas gelegen, wurde ein kleines Krustenfragment, aus dem heute die Inseln bestehen, isoliert und driftete Richtung Westen.cite-ref-3[3] WĂ€hrend des Jura, vor etwa 170 Millionen Jahren, drehten sich die LandstĂŒcke, die heute Ost- und Westfalkland bilden, um ca. 120°.cite-ref-4[4]
Geographie
Die Falklandinseln bestehen aus etwa 200 Inseln, deren wichtigste Westfalkland und Ostfalkland mit etwa 4500 km bzw. 6000 kmÂČ GröĂe sind. Die nördlichen Teile der beiden Hauptinseln sind von HĂŒgelketten ĂŒberzogen. Sie verlaufen in West-Ost-Richtung und erreichen im Mount Usborne auf Ostfalkland 708 m Höhe. Der zweithöchste Berg heiĂt Mount Adam und befindet sich auf Westfalkland.
Zwischen Ost- und Westfalkland verlĂ€uft der breite Falklandsund, an dem Port Howard liegt. Auch die Ostinsel selbst wird von einem langen Fjord (bei Darwin) beinahe in zwei HĂ€lften geteilt; an ihrer zum Atlantik blickenden OstkĂŒste liegt die Hauptstadt Stanley mit rund 2000 Einwohnern. Von den ĂŒbrigen 200 Inseln sind nur etwa fĂŒnf gröĂer als 10 kmÂČ.
Die heutige Landschaft der Falklandinseln wurde durch die wiederholten Vergletscherungen im Eiszeitalter geformt. Dabei bildete sich vor allem eine glaziale Abtragungslandschaft. Fjorde, Rundhöcker und durch das Eis geformte Seen sind typisch. In der Nacheiszeit sind viele Landstriche aufgrund des feuchtkalten Klimas vermoort.
Bedeutende Inseln
â
Hauptartikel
:
Liste der Falklandinseln
âą Barren Island
âą Beauchene Island
âą Beaver Island
âą Bleaker Island
âą Carcass Island
âą George Island
âą Jason Islands
âą Keppel Island
âą Lively Island
âą New Island
âą Pebble Island
âą Saunders Island
âą Sea Lion Island
âą Speedwell Island
âą Staats Island
âą Weddell Island
Flora und Fauna
Die Zwergstrauchheiden der Falkland-Inseln werden aufgrund ihres Erscheinungsbildes zum Teil als Tundra bezeichnet, obwohl das mildere Klima und die fehlenden Permafrostböden deutlich vom typischen Tundrenklima abweichen. Die Zuordnung der Vegetation ist in der Literatur uneinheitlich.
Insgesamt verzeichnet die Flora der Falklandinseln 278 Arten.cite-ref-floren-5-0[5] Die Inseln sind ĂŒberzogen von zahlreichen GrĂ€sern â meist Seggen- und RispengrĂ€serarten â sowie verschiedenen Kleearten. Eine Besonderheit ist die ansonsten nur in SĂŒdamerika heimische Arachnitis uniflora. BĂ€ume kommen ursprĂŒnglich nicht auf den Inseln vor.cite-ref-6[6] Es gibt heute einige wenige angepflanzte BĂ€ume, und am ehesten gedeihen Monterey-Zypressen (Cupressus macrocarpa), Sitka-Fichten (Picea sitchensis), KĂŒsten-Kiefern (Pinus contorta), Monterey-Kiefern (Pinus radiata) und Magellan-SĂŒdbuchen (Nothofagus betuloides).cite-ref-7[7]
Der einzige Wald der Falklandinseln, der rund 2 ha groĂe Hill Cove Forest, befindet sich in der NĂ€he des Ortes Hill Cove im Norden von Westfalkland.cite-ref-8[8] Er wurde um 1880 angelegt und 1925 erheblich vergröĂert.cite-ref-9[9] GröĂere Gruppen von BĂ€umen findet man ebenfalls in Port Stanley sowie an windgeschĂŒtzten Stellen von Carcass Island und Weddell Island. Die Ansammlung von BĂ€umen auf Carcass Island am Rande der Ortschaft Port Patterson â hauptsĂ€chlich Monterey-Zypressen und aus Neuseeland stammende Keulenlilien der Spezies Cordyline australis â gilt als der zweitgröĂte "Wald" der Falklandinseln.cite-ref-10[10] Auch auf Keppel Island wachsen BĂ€ume, seitdem 2000 dort an 14 verschiedenen Stellen 2500 Setzlinge von 11 Arten gepflanzt wurden. Dieses Vorhaben zĂ€hlte â wie auch die Anlage des Waldes Alexandra Wood in Port Howard auf Westfalkland â zu fĂŒnf Projekten zur Anpflanzung von BĂ€umen unter der Schirmherrschaft des Falkland Islands Trust, der auf Westfalkland auch den versuchsweisen Anbau von Getreide als Viehfutter unterstĂŒtzt.cite-ref-11[11]
Es gab auf den Falklandinseln nur ein heimisches LandsĂ€ugetier, den Falklandfuchs, der im 19. Jahrhundert ausgerottet wurde. Daneben gibt es 63 heimische Vogelarten, darunter Albatrosse, Silberenten, die Falklanddrossel, den Correnderapieper, den Falkland- und den Schopfkarakara. An den KĂŒsten brĂŒten Pinguinkolonien, die mehrere Millionen Tiere umfassen. AuĂerdem findet man an den KĂŒsten Kolonien von MĂ€hnenrobben, SĂŒdamerikanischen SeebĂ€ren und von SĂŒdlichen See-Elefanten. Heute gibt es auf den Inseln neben den sehr hĂ€ufigen Schafen zahlreiche eingeschleppte Tiere, wie etwa Ratten, MĂ€use, Kaninchen und Katzen.
Klima
Die Falklandinseln liegen nach solaren Kriterien am polnahen Rand der kĂŒhlgemĂ€Ăigten Klimazone der SĂŒdhalbkugel. Aufgrund des prĂ€genden ozeanischen Einflusses â der ĂŒber das Jahr nur sehr geringe Temperaturschwankungen und permanente Feuchtigkeit verursacht â wird die thermische Zuordnung uneinheitlich von kĂŒhl- ĂŒber kaltgemĂ€Ăigt (antiboreale Klimazone) bis (sub)polar vorgenommen.
Das Klima ist kalt, windig und regenreich. Aufgrund des umgebenden kĂŒhlen SĂŒdatlantiks liegt die jĂ€hrliche Durchschnittstemperatur bei nur 5 °C. Verglichen mit London oder Köln, die auf derselben (nördlichen) Breite liegen, ist das ein Unterschied von fast 5 °C. Somit ist das Klima der Inseln eher vergleichbar mit der SĂŒdkĂŒste Islands. Das hĂ€ngt vor allem mit der viel gröĂeren Landmasse Europas sowie dem warmen Golfstrom auf der Nordhalbkugel zusammen. Nur im Hochsommer (Dezember bis Februar) steigt die Temperatur auf den Falklandinseln an wenigen Tagen auf annĂ€hernd 20 °C. Sonst liegt die durchschnittliche Tagestemperatur auch zwischen Oktober und April bei 8 °C bis 12 °C. Verglichen mit europĂ€ischen klimatischen VerhĂ€ltnissen herrschen auf den Falklandinseln selbst in den FrĂŒhlings- und Sommermonaten spĂ€therbstliche Temperaturen. Zwischen Mai und September besteht oft Frost. TagsĂŒber steigt in diesen Monaten die Temperatur selten auf ĂŒber 1 °C bis 3 °C. Auf Grund des ozeanisch geprĂ€gten Klimas sind strenge Fröste von unter â15 °C die Ausnahme und sowohl die jahreszeitlichen als auch tĂ€glichen Temperaturschwankungen sind gering. Es regnet oder schneit an durchschnittlich 200 Tagen im Jahr, eine ausgeprĂ€gte Regen- oder Trockenzeit ist nicht vorhanden. Nach Nordosten nimmt allerdings der Einfluss der trocken-kalten patagonischen Strömung zu.
Nach der Klimaklassifikation von Köppen & Geiger liegen die Inseln im Ăbergang von Tundrenklima (eher im Inland) zu subpolarem Ozeanklima (eher im KĂŒstenraum) sowie kaltem Steppenklima im Ă€uĂersten Norden von Westfalkland. Die konkreten Zuordnungen sind jedoch uneinheitlich. Nach Troll & Paffen liegt Ostfalkland im subpolaren, hochozeanischen Klima und Westfalkland komplett im wintermilden Trockensteppenklima.
Geschichte
â
Hauptartikel
:
Geschichte der Falklandinseln
und
Falklandkrieg
Vor der Ankunft europĂ€ischer Siedler waren die Falklandinseln unbewohnt. 1592 wurden sie vom englischen Seefahrer John Davis entdeckt, der sie jedoch nur sichtete. Er hatte sich von Puerto Deseado aus auf die Suche nach den anderen drei Schiffen unter dem Kommando von Thomas Cavendish gemacht, war jedoch in einen Sturm geraten, der ihn zu den Falklandinseln fĂŒhrte. Es dauerte weitere 98 Jahre, bis die Inseln erstmals 1690 von John Strong betreten wurden. Er gab der Meeresenge zwischen den beiden Hauptinseln, zu Ehren des âSchatzmeisters der Marineâ und britischen Politikers Anthony Cary, 5. Viscount Falkland, den Namen Falkland Channel. Der Name âFalklandâ ging spĂ€ter auf die gesamte Inselgruppe ĂŒber.
Die erste Siedlung, Port-Louis auf Ostfalkland, wurde 1764 unter französischer Herrschaft von Louis Antoine de Bougainville gegrĂŒndet; 1766 etablierten die Briten auf Westfalkland die Siedlung Port Egmont, zogen dort allerdings acht Jahre spĂ€ter wieder ab. Der argentinische Name Islas Malvinas geht auf die französische Bezeichnung der Inselgruppe â âĂles Malouinesâ â zurĂŒck, der sich auf die Seeleute und Fischer aus der bretonischen Hafenstadt Saint-Malo bezieht, die die ersten bekannten Siedler der Inselgruppe waren.
Port-Louis wurde schon 1766 an Spanien ĂŒbergeben. 1811 stellte Spanien den Unterhalt der Kolonie ein, verzichtete aber nicht auf die SouverĂ€nitĂ€t ĂŒber die Inseln. Seitdem sind die Falklandinseln Gegenstand von Territorialstreitigkeiten, anfangs zwischen GroĂbritannien und Spanien, danach bis heute zwischen GroĂbritannien und Argentinien. 1820 wurde die Inselgruppe von Argentinien physisch in Besitz genommen, die argentinische Siedlung in Port Louis zĂ€hlte bis zu 100 Einwohner.
Das Vereinigte Königreich behauptete seine AnsprĂŒche, indem es 1833 einen FlottenstĂŒtzpunkt auf der Insel errichtete und die argentinische Verwaltung zum Abzug zwang. 1837 wurde eine Kolonialverwaltung eingerichtet.
1911 zÀhlten die Falklandinseln 3 275 Einwohner, von denen 916 im Hauptort Stanley lebten.cite-ref-13[13]
Im Ersten Weltkrieg fand zwischen deutschen Kreuzern und einem ĂŒberlegenen britischen Flottenverband das Seegefecht bei den Falklandinseln statt. Das deutsche Ostasiengeschwader unter Vizeadmiral Maximilian Graf von Spee wollte in den Atlantik in Richtung Deutschland durchbrechen und wurde am 8. Dezember 1914 von den Briten unter Vizeadmiral Sir Frederik Doveton Sturdee fast vollstĂ€ndig vernichtet.
Die militĂ€rische Besetzung der Inseln durch Argentinien am 2. April 1982 löste den Falklandkrieg aus: GroĂbritannien reagierte und landete sieben Wochen spĂ€ter mit Truppen auf den Inseln. Nach kurzen, aber blutigen KĂ€mpfen konnten die britischen Truppen Argentinien am 14. Juni 1982 zur Aufgabe bewegen. Es fielen ca. 900 Soldaten, davon 649 Argentinier.cite-ref-heise-de-14-0[14]
Insgesamt kostete der Falklandkrieg mehr als 1.000 Menschen das Leben. Seitdem ist eine gröĂere Zahl von Soldaten auf den Inseln stationiert, im Jahr 2012 nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums 1.350 Mann unter dem Kommando des âCommander of the British Forces South Atlantic Islandsâ (CBFSAI).cite-ref-15[15] Es handelt sich ĂŒberwiegend um Infanteristen, Pioniere und Funker. Daneben sind verschiedene britische Kriegsschiffe dauerhaft im SĂŒdatlantik stationiert, zurzeit u. a. die HMS Clyde und die HMS Portland, sowie mutmaĂlich U-Boote der Trafalgar-Klasse mit atomarer Bewaffnung. Im letzten Jahrzehnt hatte sich der latente Konflikt zwar in der allgemeinen Wahrnehmung etwas entspannt. Seitdem hier 60 Milliarden Barrel Ăl vermutet werden, haben sich aber viele lateinamerikanische Regierungen mit Argentinien solidarisiert. Die politische FĂŒhrung des Landes erneuert jedes Jahr den argentinischen Anspruch auf die Inseln, so auch die ehemalige PrĂ€sidentin Cristina FernĂĄndez de Kirchner.
Im Zusammenhang mit den Territorialstreitigkeiten mit Argentinien kĂŒndigte die Regierung der Falklandinseln Anfang Juni 2012 fĂŒr die erste JahreshĂ€lfte 2013 eine Volksabstimmung ĂŒber den politischen Status an.cite-ref-16[16]
Die argentinische Regierung trug ihr Anliegen vor den UN-Ausschuss fĂŒr Entkolonialisierung, wo Kirchner den Anspruch ihres Landes dadurch begrĂŒndete, man könne keine Inselgruppe âals britisches Territorium erklĂ€ren, wenn es 14.000 Kilometer von GroĂbritannien entferntâ sei.cite-ref-17[17] Die Inseln seien âTeil des SĂŒdatlantiks und Argentiniens.â Der Versuch des Vertreters der Falklandinseln, Mike Summers, der argentinischen Staatschefin nach ihrer Rede einen Brief zu ĂŒbergeben, in dem er GesprĂ€che mit der Inselregierung anbot, schlug fehl, als sich der argentinische AuĂenminister HĂ©ctor Timerman weigerte, den Brief an Kirchners Stelle anzunehmen. Er wies Summers Ansinnen mit den Worten zurĂŒck, er solle das Schreiben zur argentinischen Botschaft schicken.cite-ref-18[18]
Anfang Januar 2013 forderte Kirchner den britischen Premierminister David Cameron in einem offenen Brief auf, die Falklandinseln an Argentinien zu ĂŒbergeben.cite-ref-19[19]
Seit 1946 steht das Territorium auf der UN-Liste der Hoheitsgebiete ohne Selbstregierung. Am 10. und 11. MĂ€rz 2013 wurde ein Referendum ĂŒber den zukĂŒnftigen politischen Status der Inselgruppe abgehalten. 99,8 Prozent der Bewohner sprachen sich fĂŒr einen Verbleib bei GroĂbritannien aus, nur drei Bewohner stimmten dagegen. Stimmberechtigt waren 1672 Menschen, die Wahlbeteiligung lag bei ca. 92 Prozent.cite-ref-20[20] Die argentinische PrĂ€sidentin Kirchner hatte allerdings schon im Vorfeld angekĂŒndigt, das Ergebnis des Referendums nicht anzuerkennen.cite-ref-21[21]cite-ref-22[22] Nachdem sich die groĂe Mehrheit der Inselbewohner fĂŒr eine weitere Zugehörigkeit zu GroĂbritannien entschieden hatte, bezeichnete Kirchner das Referendum am 12. MĂ€rz 2013 als âParodieâ.cite-ref-23[23] Der britische Premierminister David Cameron erklĂ€rte, dass Argentinien das Referendum anerkennen mĂŒsse,cite-ref-24[24] und die britische Regierung gab bekannt, dass sie alles tun werde, um die Inseln zu verteidigen.cite-ref-25[25]
Die UN-Commission on the Limits of the Continental Shelf entschied im MĂ€rz 2016, dass die GewĂ€sser Argentiniens die Falklandinseln mit einschlieĂen, da die WasserflĂ€che des Landes gemÀà einem Bericht Argentiniens aus dem Jahr 2009 um 1,7 Millionen Quadratkilometer ausgedehnt wurde und zwischen 320 km und 560 km von der KĂŒste endet. Die Regierung der Falklandinseln erklĂ€rte, dass die UN-Kommission nicht ĂŒber umstrittene Gebiete entscheiden dĂŒrfte und die Auswirkungen der Entscheidung blieben zunĂ€chst unklar.cite-ref-26[26]
Bevölkerung
Zwei Drittel der rund 3.000 Einwohner (ohne das in Mount Pleasant konzentrierte MilitĂ€r) wohnen in der Hauptstadt Stanley, die auch zugleich Hauptort von Ost-Falkland ist. Die beiden Hauptorte von West-Falkland, Port Howard und Fox Bay, die beide ĂŒber eine eigene asphaltierte Landebahn verfĂŒgen, haben jeweils nur 22 bzw. 30 Einwohner (Stand: Zensus 2012). Von den ĂŒbrigen Siedlungen auf den beiden Inseln haben weniger als zehn mehr als 50 Einwohner. Die restlichen Siedlungen verteilen sich ĂŒber eine groĂe FlĂ€che und sind sogenannte âcamp settlementsâ, vergleichbar mit Weilern, bisweilen sogar nur âcampsâ, also Einzelhöfe.
Einwanderung
Die Bevölkerung stammt ĂŒberwiegend von Einwanderern von den Britischen Inseln ab, die in den 1830er Jahren auf die Inseln kamen. Sie waren durchweg nordenglischen und schottischen Ursprungs. In den 1840er Jahren wanderten auch einige Menschen aus St. Helena und Chile ein. Nach dem Falklandkrieg kam es zu einer erneuten, teilweise aus Neuseeland herrĂŒhrenden Einwanderung, die die Einwohnerzahl vergleichsweise stark erhöhte.
Sprache
Die FalklĂ€nder, die sich selbst auch als âKelpersâ (kelp: englisch fĂŒr Tang, also etwa âdie vom Tang Lebendenâ) bezeichnen, sprechen falklĂ€ndisches Englisch, eine SprachvarietĂ€t des britischen Englisch mit einem Akzent, der unter anderem an das Schottisch- und das Norfolk-Englisch erinnert. Des Weiteren gibt es viele Lehnwörter, die aus dem Spanischen kommen, besonders die Viehhaltung und den Umgang mit Pferden betreffend (Gaucho-Tradition).
Religion
Die Religionszugehörigkeit ist ĂŒberwiegend protestantisch. Die Parish of the Falkland Islands ist eine Mitgliedskirche der Anglikanischen Gemeinschaft mit Sitz auf den Falklandinseln, die direkt dem Erzbischof von Canterbury unterstellt ist. Hauptkirche ist die Christ Church Cathedral in Stanley. Es gibt auch eine katholische Kirche und Gemeinde, die eine eigene Apostolische PrĂ€fektur bildet, die Apostolische PrĂ€fektur Falklandinseln oder Malwinen.
Kultur
Ein Museum in Stanley, in einem 1981 ursprĂŒnglich fĂŒr die argentinische Fluggesellschaft LĂneas AĂ©reas del Estado (LADE) erbautem Haus, stellt GegenstĂ€nde und Dokumente zur Geschichte der Inseln aus. Im Hafen von Stanley gibt es einen Lehrpfad entlang einer Reihe von Schiffswracks, die dort teilweise seit der ersten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts liegen.cite-ref-27[27]
Nationalfeiertag ist der 14. Juni als Befreiungstag von der argentinischen Besetzung.
Politik
Seit 1985 haben die Falklandinseln eine eigene Verfassung, die 2008 durch eine neue, am 1. Januar 2009 in Kraft getretene Verfassung ersetzt wurde.cite-ref-28[28] Das Parlament (Legislative Assembly) besteht aus dem Gouverneur, dem Chief Executive sowie acht auf vier Jahre gewĂ€hlten Mitgliedern. Da auf den Falklandlandinseln Parteien keine Bedeutung haben, handelt es sich um UnabhĂ€ngige. Gouverneur war zuletzt seit September 2017 bis Mitte 2022 Nigel Phillips.cite-ref-29[29] SĂŒdgeorgien und die SĂŒdlichen Sandwichinseln werden vom Gouverneur in Personalunion als Commissioner mitverwaltet. Die Regierung (Executive Council) setzt sich zusammen aus dem Gouverneur, dem Chief Executive, dem Financial Secretary und drei Mitgliedern des Parlaments. Letztgenannte werden jeweils fĂŒr ein Jahr vom Parlament gewĂ€hlt.
Siehe auch
:
Liste der Gouverneure der Falklandinseln
MilitÀr
Infolge des Falklandkrieges, an dessen Anfang die wenigen bis dahin auf den Falklandinseln stationierten britischen Soldaten den argentinischen Truppen chancenlos unterlegen waren, wurde die PrĂ€senz der britischen StreitkrĂ€fte deutlich verstĂ€rkt. Im Jahr 2012 waren noch etwa 1350 Soldaten aller drei TeilstreitkrĂ€fte auf den Inseln stationiert. Der zentrale StĂŒtzpunkt ist RAF Mount Pleasant. Die British Army hat dort Infanterie-, Pionier- und Kommandoeinheiten stationiert. Neben der Ăberwachung der Inseln sind sie vorrangig fĂŒr das RĂ€umen von Minen und Munition aus Zeiten des Falklandkrieges zustĂ€ndig, die noch heute Teile der Inseln zu Sperrgebieten machen.
Die Royal Air Force hat in Mount Pleasant vier Eurofighter Typhoon FGR4-Kampfflugzeuge, ein Hercules-Transportflugzeug sowie mehrere Transport- und SAR-Hubschrauber stationiert. Der StĂŒtzpunkt dient zudem der zivilen Versorgung der Inseln im Ăberseeverkehr.
Bei Port Pleasant hatte die Royal Navy eine Korvette der Castle-Klasse sowie einen Lenkwaffenzerstörer (seit 2014 die HMS Portland) oder eine Fregatte stationiert. Von 2007 bis 2019 war das Patrouillenboot HMS Clyde der River-Klasse als Ersatz fĂŒr die Castle-Klasse-Schiffe HMS Dumbarton Castle und HMS Leeds Castle eingesetzt. Die HMS Protector ist in den Antarktis-nahen GewĂ€ssern jeweils im Winterhalbjahr zur ĂberprĂŒfung des Eisgangs unterwegs. DarĂŒber hinaus kreuzen regelmĂ€Ăig britische Atom-U-Boote im SĂŒdatlantik, deren Fahrten jedoch geheim gehalten werden. Im MĂ€rz 2010 soll nach Presseberichten ein Angriffs-U-Boot der Swiftsure-Klasse Richtung Falkland-Inseln in Marsch gesetzt worden sein, seit Februar 2012 wurde ĂŒber ein Boot der Trafalgar-Klasse spekuliert.cite-ref-30[30] In NotfĂ€llen konnte frĂŒher das Antarktispatrouillenschiff Endurance hinzugezogen werden. In Mount Pleasant ist auĂerdem eine Abordnung der Royal Marines stationiert. Die britischen StreitkrĂ€fte können im Ernstfall von der Falkland Islands Defence Force unterstĂŒtzt werden. Die setzt sich aus Bewohnern der Inseln zusammen und ist im Stil einer militĂ€rischen Reserveeinheit organisiert.
Wirtschaft
Die Falklandinseln haben eine eigene WĂ€hrung, das Falkland-Pfund. Dieses ist 1:1 an das britische Pfund gebunden. Das AuĂenhandelsdefizit macht etwa die HĂ€lfte des Bruttoinlandsprodukts aus, die Inseln sind also völlig von GroĂbritannien abhĂ€ngig. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt bei etwa 22.500 Euro (2016).cite-ref-31[31] Die Arbeitslosigkeit liegt mit 1,1 % unter dem Durchschnitt des Vereinigten Königreichs.cite-ref-32[32]
Produkte der verbreiteten Schafzucht sind neben HĂ€uten und Talg das traditionelle Exportgut Wolle; Handelspartner ist hauptsĂ€chlich GroĂbritannien. Daneben erlangten seit Mitte der 1980er Jahre die Fischerei und die Fischverarbeitung wachsende Bedeutung. Bei der Zerlegung der Wale werden Fischbein und Walöl hergestellt. Die Fischindustrie trĂ€gt heute ĂŒber 50 % zum Bruttoinlandsprodukt der Inseln bei.cite-ref-gov-economy-33-0[33] Ăber weitere Industrie bzw. industrielle Produktion verfĂŒgen die Inseln nicht.
Ein weiteres wirtschaftliches Standbein ist die Vergabe von Fischfanglizenzen an auslĂ€ndische Unternehmen. Dies fĂŒhrt manchmal zu Konflikten mit dem Nachbarland Argentinien, das die Inseln beansprucht und in diesem Fall den Standpunkt vertritt, dass die exzessive Fischerei in dieser Region zu ökologischen SchĂ€den, auch im argentinischen Teil des SĂŒdatlantiks, fĂŒhre.
Jedes Jahr besuchen rund 60.000 Touristen die Insel.cite-ref-gov-economy-33-1[33] Der ĂŒberwiegende Teil davon sind jedoch TagesausflĂŒgler, die im Rahmen von Kreuzfahrten hier Station machen. Die Zahl der jĂ€hrlich per Flugzeug anreisenden Touristen wird mit rund 1600 angegeben.cite-ref-gov-economy-33-2[33] Der Tourismus steuert rund 4 Mio. Pfund zum Bruttoinlandsprodukt bei und hat damit nach der Fischindustrie den zweitgröĂten Anteil.cite-ref-gov-economy-33-3[33]
Die Entdeckung von groĂen Ălfeldern vor den Inseln fĂŒhrte in den spĂ€ten 1990er Jahren zu erneuten politischen Spannungen zwischen GroĂbritannien und Argentinien.cite-ref-34[34] Seitdem werden diese Felder von verschiedenen Firmen, unter anderem Falkland Oil & Gas, erkundet. Das britische Unternehmen Desire Petroleum begann am 22. Februar 2010 mit Bohrungen nach Erdöl und Erdgas in den GewĂ€ssern der Falklandinseln. Das erste Ăl wurde im Mai 2010 gefunden.cite-ref-gov-economy-33-4[33]
Am 2. April 2025 belegte der US-amerikanische PrĂ€sident Donald Trump im Rahmen der Zollpolitik wĂ€hrend seiner zweiten Amtszeit Importe von den Inseln in die USA mit einem Strafzoll von 41 %cite-ref-35[35]. Nach Daten der Weltbankcite-ref-36[36] fĂŒhrten die Insel 2022 (letztes am 5. April 2025 aufgefĂŒhrtes Jahr) Waren im Wert von 164.090 $ in die USA aus, vor allem Tier- und Halbfertigproduktecite-ref-37[37], dem standen Importe im Wert von 32.108.590 $ entgegen.
Infrastruktur
Die Falklandinseln können von GroĂbritannien aus mit der britischen Luftwaffe (RAF) erreicht werden. Die RAF fliegt bis zu drei Mal wöchentlich zwischen Brize Norton in Oxfordshire und Mount Pleasant (IATA-Code: MPN) auf den Falklandinseln. Von Mount Pleasant gibt es auch Flugverbindungen nach Chile.
Der Inlandsverkehr wird von der Falkland Island Government Airlines System (FIGAS) mit einer Flotte von sechs Britten-Norman BN-2 Islandern gewĂ€hrleistet, die ihre FlugplĂ€ne tĂ€glich auf Vorbestellung nach Bedarf zusammenstellt. Die FlugplĂ€ne werden am Vorabend per Radio bekannt gegeben. Der Inlandsverkehr nutzt den Flughafen Port Stanley als Ausgangsbasis. Bei den ĂŒber die Inseln verstreuten Siedlungen bestehen LandeplĂ€tze â oft nur Rasenstreifen oder ein geeigneter Strand.
Es gibt eine FĂ€hrverbindung zwischen der Ost- und Westinsel (New Haven â Port Howard). Schiffsverkehr zwischen den anderen Inseln besteht nur fĂŒr den Warentransport.
Die einzige ausgebaute StraĂe auĂerhalb der Ortschaften besteht zwischen Port Stanley und dem MilitĂ€rstĂŒtzpunkt Mount Pleasant (rund 50 km).
Im Hafenbereich von Port Stanley gab es eine Eisenbahn zum GĂŒtertransport, die aber schon seit Jahrzehnten stillgelegt ist.
Seit Dezember 2005 gibt es ein auf dem GSM-Standard basierendes Mobiltelefonnetz. Im Wesentlichen deckt es die Gebiete um Port Stanley und Mount Pleasant ab. Betrieben wird das Netz von Sure (ehemals Cable & Wireless) Falkland Island.
Die Postleitzahl FIQQ 1ZZ gilt fĂŒr das gesamte Territorium der Falklandinseln. Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte ist eine weitergehende Differenzierung dieser Leitzahl nicht vonnöten.
Die Falklandinseln geben eigene Briefmarken heraus. Die ZustĂ€ndigkeit dafĂŒr liegt beim staatlichen Falkland Islands Philatelic Bureau.cite-ref-38[38]
Literatur
âą Alexander Ombeck: Wahrnehmung durch Bilder. Der Falkland-Malwinenkonflikt in der britischen Presse der neunziger Jahre. VDM Verlag Dr. MĂŒller, SaarbrĂŒcken 2008, ISBN 978-3-8364-7279-1.
âą Lyubomir Lalov Ivanov u. a.: The Future of the Falkland Islands and Its People. Double T Publishing, Sofia 2003, ISBN 954-91503-1-3 (Volltext englisch, Volltext spanisch [Wikisource]).
âą Carlos EscudĂ©, AndrĂ©s Cisneros (Hrsg.): Historia general de las relaciones exteriores de la RepĂșblica Argentina. Obra desarrollada y publicada bajo los auspicios del Consejo Argentino para las Relaciones Internacionales (CARI). GEL/Nuevohacer, Buenos Aires 2000, ISBN 950-694-546-2 (spanisch, cema.edu.ar).
⹠Victoria Strachwitz: Der Falklandkrieg als Medienevent. StreitkrÀfte, Politik und Medien im Wechselspiel. Deutscher UniversitÀts-Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-8244-4600-6 (Kommunikationswissenschaft, Zugleich: Berlin, Freie Univ., Magisterarbeit, 2003).
âą Graham Pascoe, Peter Pepper: Getting it right. The real history of the Falklands/Malvinas. â falklandshistory.org (Memento vom 26. Juli 2011 im Internet Archive) â PDF Mai 2008, englisch und falklandshistory.org (Memento vom 14. Juli 2012 im Internet Archive) â PDF spanisch.
âą D. W. Greig: Sovereignty and the Falkland Islands Crisis. Australian Year Book of International Law. Band 8, 1983. S. 20â70. ISSN 0084-7658 (austlii.com PDF; 1,38 MB).
âą Rex Hunt: My Falkland Days. London 2002, ISBN 1-84275-017-8.
Weblinks
Wiktionary: Falklandinseln
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Commons
: Falklandinseln
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Falklandinseln
â ReisefĂŒhrer
âą Atlas: Falklandinseln â geographische und historische Karten bei Wikimedia Commons
âą Offizielle Seite der Regierung der Falklandinseln (englisch)
âą Museum der Falklandinseln (englisch)
âą Falklandinseln: Pinguine flanieren auf TraumstrĂ€nden. Deutschlandfunk, 23. MĂ€rz 2014, abgerufen am 2. April 2014 (Besuchsbericht, dort auch als Audiobeitrag verfĂŒgbar).
Einzelnachweise
cite-note-worldpopulationprospects-11. World Population Prospects â Population Dynamics. United Nations, Department of Economic and Social Affairs, abgerufen am 4. Januar 2018.
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cite-note-33. â Otley H, Munro G, Clausen A and Ingham B. â Falkland Islands â State of the Environment Report (Memento vom 20. Mai 2013 im Internet Archive)
cite-note-44. â P. Stone, P. C. Richards, G. S. Kimbell, R. P. Esser, D. Reeves: Cretaceous dykes discovered in the Falkland Islands: implications for regional tectonics in the South Atlantic. In: Journal of the Geological Society. 165. Jahrgang, Nr. 1, 2008, S. 1â4, doi:10.1144/0016-76492007-072 (englisch, lyellcollection.org).
cite-note-floren-55. â Florenverzeichnis der Falklandinseln
cite-note-66. â Website des Falkland Islands Government (Memento vom 3. Juni 2013 im Internet Archive), abgerufen am 23. Mai 2013.
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cite-note-gov-economy-3333. â The Economy. Regierung der Falklandinseln, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 7. April 2014; abgerufen am 3. April 2014 (englisch).
cite-note-3535. â Penguin memes flood social media after Trump tariffs target uninhabited islands. France 24, 3. April 2025
cite-note-3636. â https://wits.worldbank.org/CountryProfile/en/Country/USA/Year/2022/TradeFlow/EXPIMP/Partner/FLK/Product/all-groups
cite-note-3737. â "intermediate Goods"
cite-note-3838. â Falkland Islands Philatelic Bureau
-51.796253-59.523613705coordinatesKoordinaten: 51° 48âČ S, 59° 31âČ W